Unzufriedener Patient –was nun ?

Entgegen vieler Vorurteile ist ästhetische Chirurgie für die überwältigende Mehrheit der Patienten eine erfüllende und sehr befriedigende Sache.

In gewissen Prozentsätzen, die von Operation zu Operation sehr stark schwanken kommt es jedoch vor dass Patienten eine Nachkorrektur entweder brauchen, benötigen oder beides.

Aus chirurgischer Sicht ist wichtig zu unterscheiden zwischen Korrekturen die aufgrund einer unvorteilhaften Gewebereaktion entstehen (z.b.unvorteilhafte Narbenbildung) oder Korrekturen die ganz einfach dadurch gewünscht werden dass Patienten zwar einen chirurgisch völlig einwandfreien Ablauf haben, aber, um mal ein einfaches Beispiel zu nennen, mit der Grösse der Brust nach Implantateinsatz unzufrieden sind, und grössere(häufig) oder kleinere (selten) Implantate wünschen.

Korrektureingriffe, gross oder klein, gehören in einem gewissen Ausmass zur ästhestischen Chirurgie dazu. Eine Revision ist nicht immer nur dann erforderlich wenn etwas „schiefläuft“sondern geht es eher meistens um Nachbesserungen um ein bereits gutes Ergebnis zu optimieren.

Die Prozentsätze schwanken sehr stark von Chirurg zu Chirurg und haben nicht nur mit der Qualität des Chirurgen zu tun, sondern oft auch von den Ansprüchen die sowohl Chirurg als auch des Patienten ab.

Ein weiterer entscheidender Punkt ist um welche Operation es sich eigentlich dreht, so sind beispielsweise die Prozentsätze für Revisionseingriffe bei Rhinoplastiken höher als bei anderen Eingriffen.

Das liegt völlig in der Natur dieser Operation.

Die Schwierigkeit für den Chirurgen liegt oftmals darin auszuloten, ob eine Nachkorrektur dem Patienten den gewünschten Effekt bringt oder ob der Eingriff lediglich ein zusätzliches Risiko darstellt ohne echte Chance auf den gewünschten Effekt.

Die beste Prophylaxe gegen dieses Dilemma ist all diese Fragen VOR der Operation zu besprechen und nicht anzufangen dies nachher zu diskutieren.

Zu einer guten Aufklärung gehört es meiner Ansicht nach mit dem Patienten alle Szenarios unter Angabe der Wahrscheinlichkeit ihres Auftretens durchzugehen. Abgesehen davon das dies sowieso zu einer guten Patientenaufklärung gehört ist es auch für den Chirurgen hilfreich herauszuarbeiten ob der Patient die zu jeder Operation gehörenden physiologischen Implikationen auch hinreichend versteht.

Denn: Revisionseingriffe hat JEDER Chirurg der im Bereich der Ästhetischen Chirurgie arbeitet. Viele Chirurgen nehmen es leider bei der Diskussion dieses Themas mit ihren Patienten nicht so genau, ich habe leider bereits häufig erlebt dass dieses Thema , dass zu jeder guten präoperativen Aufklärung gehört, bei einigen Chirurgen etwas „totgeschwiegen“ wird, was dann häufig dazu führt dass unzureichend aufgeklärte Patienten dann nach der Operation bei selbst minimalen Problemen sehr verängstigt reagieren.

Die Prozentsätze für soclhe Korrektureingroffe hängen sehr von der Art des Eingriffes ab, tendentiell ist dei Rate bei Nasenplastik und Brustvergrösserung zusammen mit Straffung am grössten.

Das führt dann leider zu einem Bruch des sehr wichtigen Vertrauensverhältnisses zwischen Chirurg und Arzt.

In unsere Praxis sehen wir stetig steigende Zahlen an Patienten die in anderen Kliniken voroperiert worden sind und nun eine Korrektur des Ergebnisses wünschen.

Obwohl es zugegebenermassen unter diesen Patient auch solche gibt die objektiv sehr gute Ergebnisse haben sehe ich zahlreiche Fälle bei denen zum Beispiel das Problem mit einer relativ simplen Narbenkorrektur zu beheben ist.

Ich empfinde es zwar immer als ideal so etwas in den Händen des Erstchirurgen zu belassen, allerdings wollen viele Patienten dann nicht zu diesem zurück……aus den erwähnten Gründen des gestörten Vertrauensverhältnisses.

Deswegen empfehle ich allen Patienten, die sich bezüglich eine ästhetischen Eingriffes beraten lassen, dieses Thema direkt anzusprechen. Fragen sie nach seiner Operationsstatistik und seiner Revisions(Nachbesserungs)rate für einen bestimmten Eingriff.

Das gehört zu einer guten Operationsaufklärung dazu und hilft ein gesundes Vertrauensverhältnis zwischen Chirurg und Patient zu bewahren.

Dr.med.Alexander Aslani, Facharzt für Plastische Chirurgie, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie,Direktor, Cirumed Clinic Marbella, Malaga, Spanien, www.cirumed.es

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